Dienstag, 7. September 2010

Das Leben ist schön.

Hallo an alle da draußen. Heute wird es ein wenig, naja, sagen wir mal ernster. Warum? Weil es Momente im Leben gibt, in denen man einfach mal nachdenken muss. Heute habe ich so einen Tag.
Ich war heute wieder im Klinikum Görlitz. Für alle, die es nicht wissen, ich schreibe dort meine Diplomarbeit für das ansässige Brustkrebszentrum. Als ich dort auf meinen Termin gewartet habe, ging es los- das nachdenken. Ich habe im Wartebereich Platz genommen, da sich der Herr Doktor noch im OP befand und ich ein wenig auf ihn warten musste. Direkt von dem Wartebereich links weg liegt die Kinder- und Jugendstation. Als zwei Pfleger so ein kleines Hübsches Baby aus der Station holten, schossen mir sofort 2-3 Tränen in die Augen. Das Kleine war über mit Schläuchen und Geräten angeschlossen und es sah so aus, als müsste es gleich in den OP. Heftig, sowas mag ich gar nicht sehen und ich hoffe sehr, das es dem kleinen bald wieder besser geht – auch für die Eltern. Und dann hatte ich meinen Termin, und ja es geht nunmal um das Thema Brustkrebs, da passiert es schonmal, dass man nachdenklich wird. Immerhin reden wir nicht von einem kleinen Schnupfen. Doch es tut gut zu sehen, was die Medizin heutzutage kann und was für einen Wahnsinns- Job die Ärzte und Schwestern verrichten, vor denen ziehe ich mein Hut.
Nach dem Termin dachte ich, puh das reicht aber für heute mit Nachdenken und grübeln. Hat auch super geklappt, bis jetzt. Ich sitze grad im Zug auf dem Heimweg nach Dresden und neben mir sitzt ein junger Mann, ich schätze ihn mal auf 17 oder 18 Jahre, schwer zu erkennen. Was ich jedoch erkenne, dass er gerade inmitten einer Chemotherapie steckt. In dem Alter, da kommt mir immer wieder der Gedanke hoch, wie unfair die Welt doch manchmal ist. Aber zeitgleich kommt mir ein nächster Gedanke: DAS LEBEN IST SCHÖN!!! Er lachte, die ganze Fahrt über, er lachte. Und er meckere nicht über belanglose Dinge, wie sooft wir das tun. Er regt sich nicht über einen Zug auf, der mal 5 Minuten Verspätung hat, auf. Er regt sich nicht darüber auf, dass es in der Mensa nicht genug Essen zur Auswahl gibt. Er regt sich nicht auf, wenn der Sprit mal 2Cent teurer ist. Das einzige worüber er sich aufregt, sind wir, denn er hat es verstanden: DAS LEBEN IST SCHÖN!!
Mit unserem Gemecker über die alltäglichen und unwichtigen Dinge verschwenden wir nur Zeit. Zeit die kostbar ist, denn manch andere  hätten sich gewünscht, mehr Zeit zu haben, was ihnen nicht gewährt wurde.
Also hört auf zu meckern, genießt die kleinen Dinge des Lebens, meldet euch bei Freunden, von denen ihr lange nichts gehört habt, sagt euren Eltern, dass ihr sie lieb habt (nein, ihr wirkt dadurch nicht uncool, im Gegenteil), geht nicht nur zur Oma Kaffeetrinken, weil die Mutti euch das gesagt hat, streicht den Satz aus eurem Wortschatz: or neee, da habsch jetzt keeeen Bock, kann ich auch irgendwann mal machen. Macht es jetzt!, achtet auf die kleinen und wunderbaren Details im euren Leben, und vor allem, seid dankbar für alles, was euch je gegeben wurde.
So bevor es zu sentimentalisch und dramatisch wird, höre ich jetzt lieber auf. Und ich versichere euch, morgen wird es weniger nachdenklich!
Wir lesen uns  :-)

1 Kommentar:

  1. Das hast Du schön geschrieben meine kleine Jennymaus und Du hast vollkommen recht! Ich hab Dich lieb ;)

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